Mut zur nassen Hose! Oder: Deine Ängste gehören dir!

Mut zur nassen Hose!

Es ist Sommer. Draußen ist es warm und dein Kind hat auch manchmal Lust darauf, seine Geschäfte rechtzeitig zu kommunizieren und abgehalten zu werden?

Eine super Gelegenheit! Da könntest du doch das Backup weglassen und ihr euch nur mit (Unter-)Hose hinaus trauen!

Hm, oder lieber doch nicht. Schließlich gibt es andere Erwachsene und Kinder am Spielplatz. Bekannte an eurem geplanten Spielort. Menschen in eurer Straße, die du regelmäßig triffst.

Was sollen die bloß denken, wenn plötzlich die Hose deines Kindes nass ist? Wenn du selbst im Schritt oder anderswo einen nassen Fleck hast? (Weil dein Kind auf deinem Schoß war und dich mit einem Töpfchen verwechselt hat 😉 ) Wenn es eine Pfütze am Boden gibt?

Kennst du solche Überlegungen?

Dann ist dieser Artikel hier perfekt für dich!

Ich bin zwar ein Fan von „Was andere über dich denken, geht dich gar nichts an!“ 🙂

Doch bis ich zu dieser Einstellung gekommen bin, habe ich mir den Weg anders vereinfacht. Und manchmal ist es mir eben doch auch wichtig, was andere denken (z. B. wenn es mir selbst nicht so gut geht). Da finde ich es dann sehr hilfreich (und ich hoffe, du auch), mir Folgendes bewusst zu machen:

Es gibt wirklich viele Möglichkeiten, warum du selbst oder dein Kind nass sein kann. Bei einigen Gelegenheiten nehmen wir sogar bewusst in Kauf, nass zu werden (z. B. beim Schwitzen oder Baden) – und wechseln unsere Kleidung erst nach längerer Zeit und nicht sofort.

Warum also sind wir bei Geschäften so pingelig? Wollen auf Nummer sicher gehen (und verwenden Backup oder Windel – obwohl es für das Kind z. B. bei großer Hitze eindeutig unangenehm ist)? Warum ist uns ein nasser Fleck von einem kleinen Geschäft peinlich?

Mut zur nassen Hose!

Ich lade dich ein, die Sicherheitswindel einmal weg zu lassen und auf die humorvolle Seite des Lebens zu kommen 🙂 Denn auch wenn du einmal ein Geschäft abbekommst – es gibt viel Schlimmeres!

Spätestens nach Durchlesen der folgenden Punkte wirst du wissen, was andere (wahrscheinlich) über dich denken, wenn du irgendwo einen nassen Fleck hast. Egal, wo er sich befindet. Erst Recht, wenn diese anderen gerade selbst Kinder haben oder sich noch gut daran erinnern. Denn sie wissen alle: Es gibt unzählige Möglichkeiten, mit einem Baby oder Kleinkind nass zu werden!

An ein Geschäft denkt dabei wahrscheinlich kaum jemand. Denn Babys haben bei uns einfach Windeln an. Davon gehen zumindest die meisten Menschen hier aus. Also lass uns dieses Vorurteil einmal zu unseren Gunsten verwenden! 🙂

(Noch ein kurzer Hinweis: Sollte dich bereits der Gedanke daran, ohne Backup unterwegs zu sein, in größten Stress versetzen, oder praktiziert ihr außerhalb des Hauses einfach kein Windelfrei, dann lass es. Hör auf dich! Mach nur das, womit du dich wohl fühlst! Oder melde dich zu einem Familiencoaching, in dem wir uns deine Befürchtungen ansehen und euer Vorgehen optimieren können. … Doch für viele ist es bestimmt ein Ausprobieren wert 🙂 )

Woher kommt der nasse Fleck?

Du und dein Kind können nass sein, weil …

Mut zur nassen Hose! Strand

  • Du/dein Kind vor Anstrengung schwitzt (beim Babytragen, bei anderem Kraftaufwand …)
  • Du/dein Kind vor Hitze schwitzt
  • Du etwas verschüttest (gerade beim Sitzen bietet sich der eigene Schritt doch zum Anschütten an, oder? 😉 Zumindest ist es mir schon mehrfach passiert)
  • Du dich/dein Kind sich in etwas Nasses setzt oder in etwas Nassem ausrutscht (z. B. in einer Wasserpfütze)
  • Du/dein Kind in den Regen kommt
  • Dein Kind etwas auf sich oder auf dir verschüttet, z. B. ein Getränk oder einen Becher Wasser beim Spielen am Brunnen
  • Dein Kind viel speichelt oder spukt
  • Dein Kind hingebungsvoll und speichelintensiv nuckelt, z. B. am Tragetuch, an deiner Schulter oder deinem Knie
  • Du/dein Kind dich beim Händewaschen bespritzt
  • Du von einem beflissentlichen Wasserhahn angespritzt wirst
  • Du deine Hände nach dem Waschen z. B. in die Hose oder ins Tragetuch trocknestMut zur nassen Hose! Wasserschlauch
  • Dein Kind dich mit einem Wasserschlauch oder ähnlichem anspritzt
  • Du beim Geschirrspülen unachtsam bist/ein besonderes Talent hast 😉 (und du z. B. nicht mehr zum Umziehen gekommen bist, bevor ihr nach draußen geht)
  • Du dich/dein Kind sich unterwegs z. B. mit Kaffee oder Eis bekleckert und du versuchst, den Fleck herauszubekommen
  • Du/dein Kind einer Blumenvase begegnet
  • Du dein nasses Kind aus der Wanne/dem Pool hebst (und keine Zeit mehr für ein Handtuch oder keines dabei hast)

Mut zur nassen Hose! Gießkanne

  • Ganz allgemein: Dein Kind an einem Teich/Brunnen/Wasserspielplatz/Strand… spielt. Dabei gibt es fast unendlich viele Möglichkeiten, nass zu werden 😉
  • Die Windel ausgelaufen ist (weil sie z. B. bereits zu voll ist oder schief angezogen oder verrutscht ist)

Fällt dir spontan auch etwas ein? In welcher Situation bist du das letzte Mal nass geworden?

 

Gedankenexperiment

Wenn es dir selbst nach dieser Liste an Möglichkeiten wirklich immer noch peinlich sein sollte und du Bedenken hast, stelle dir doch einmal folgende Frage:

Denkst du bei nassen Flecken, egal wo sie sind, ernsthaft daran, dass derjenige ein Geschäft gemacht oder abbekommen hat? (Vom Windelfrei-Kind selbst einmal abgesehen 😉 )

Ok, Ausnahmen bestätigen die Regel, es gibt wirklich ein paar gruselige Menschen. Aber wenn derjenige nicht stinkt, annähernd gepflegt aussieht und sich „normal“ verhält?

(Wir Windelfrei-Eltern wissen alle, dass kleine Geschäfte schon mal irgendwo sein können. Und wir haben kein Problem damit. Aber es geht hier ja um zufällige Begegnungen auf der Straße.)

Die oben genannten Punkte eignen sich auch bestens als „Ausrede“, falls du einmal tatsächlich ein Geschäft abbekommen hast (falls du dich dann überhaupt erklären möchtest. Doch alleine für dich kann es schon viel Sicherheit und Wohlbefinden bedeuten.)

Viele unserer Ängste und Befürchtungen entspringen „nur“ unserer eigenen Gedankenwelt. Sie spielen sich in unserem Inneren ab und haben nichts mit der Realität zu tun. Doch sie haben die Kraft, das zu verändern, was wir tun. Ängstliche Gedanken halten uns vielleicht von etwas ab, zuversichtliche Gedanken stärken uns.

Jetzt weißt du Bescheid. Du kannst deine eigenen Gedanken einordnen und sie mit der Realität überprüfen. Und damit deine eigene Realität verändern.

 

Was hat dich bisher von einem Ausflug ohne Backup abgehalten? Wie gehst du mit deinen Ängsten vor einer möglichen Beurteilung anderer um?

4 thoughts on “Mut zur nassen Hose! Oder: Deine Ängste gehören dir!

  1. Super Bilder!!!Ja und gerade im Sommer trocknet alles doch so schnell und manch mal ist eine kleine Abkühlung ja auch ganz schön 🙂 Nicht zu viel drüber nachdenken, sondern die Wärme genießen und dem Kind die Freiheit auch gönnen (ohne Plastikwindel) her rum zu laufen!!

  2. Aaaach herrlich!

    Unser Zwerg interessiert sich nicht die Bohne für den Topf, pullert am liebsten im Stehen und hasst es Windeln anzuziehen (oder später zu wechseln). Wobei Kleidung in Gänze unerwünscht ist.

    Meistens.

    Aber draußen – das stimmt schon – bin ich der totale Bremsklotz.

    *seufz*

    Ist wohl mal Zeit für ein Experiment 😀
    ~Tabea

    • Wie schön von dir zu lesen, Tabea! 😀
      Dann viel Spaß beim Experimentieren! Es gibt doch nichts Schöneres, als die eigene Komfortzone zu vergrößern ;-D

      Also ein wunderbar selbstbestimmter junger Mann <3
      So als Überlegungen am Rande: Manchmal macht die Farbe oder Form des Töpfchens wirklich viel aus. Toilettenaufsatz mit Treppe. Im Stehen in der Wanne oder in einen Becher. Geschäfte können so viel Spaß machen ^^

      Herzliche Grüße! Lucia :-*

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