Nie mehr Verstopfung! Die 20 besten Tipps, wie dein Baby mehr Wasser trinkt

Wassertrinken BLW

Kennst du eigentlich David? David feierte vor einiger Zeit seinen 1. Geburtstag! Er ist ein aufgewecktes junges Kerlchen und liebt es, sämtliche Nahrung in Form von Fingerfood in den Mund zu befördern. Er ist wirklich nicht wählerisch, Hauptsache viel 😉

Das Problem dabei: Manchmal isst er so viel und trinkt gleichzeitig so wenig, dass er Verstopfung bekommt. Denn auf Wassertrinken hat er überhaupt keine Lust!

Tee würde zur Not ja auch noch gehen, aber auch den stößt er einfach beiseite. Bleibt noch „Zuckerwasser“ (Saft, Apfelschorle etc.). Doch das will seine Mutter unbedingt vermeiden.

(Für mich aus sehr verständlichen Gründen. Unter anderem besteht unser Körper zu 75% bei Neugeborenen bzw. 65% bei Erwachsenen aus Wasser – und nicht aus Saft. Aufgrund des höheren Flüssigkeitsbedarfs von Babys reagieren diese auch stärker auf Flüssigkeitsmangel bzw. Zusatzstoffe, die erst recht wieder gefiltert und ausgespült werden müssen. 1)

Was also tun?

Ein intensives Gespräch und eine Woche später hat David keinerlei Verstopfung (und damit einhergehende Probleme) mehr und nimmt sogar gerne Wasser zu sich (und das mittlerweile seit etwa einem halben Jahr)!

Im Gespräch konnte ich Davids Mama ganz viele Tipps rund ums Wassertrinken mitgeben. Und weil ich weiß, dass Verstopfung ein Thema ist, das vielen Eltern bzw. Kindern Probleme bereitet, habe ich hier eine Liste für dich erstellt mit den besten Tipps zum Wassertrinken. Für nie mehr Verstopfung! 🙂

Denn gerade in den ersten Monaten der Beikosteinführung, egal ob baby-led weaning (BLW; zu deutsch etwa ‚vom Baby gesteuertes Abstillen‘) oder Brei, tritt dieser ungeliebte und schmerzhafte, aber glücklicherweise vorübergehende Zustand häufig auf (offiziell sind es bis zu 10%. Inoffiziell dürften weit mehr Kinder zumindest kurzzeitig davon betroffen sein).

Doch das muss nicht sein! Genau wie bei Windeldermatitis kannst du im Vorfeld einiges tun, dass es gar nicht erst soweit kommt!

Hier die besten Tipps, um deinem Kind die Flüssigkeitszufuhr schmackhaft zu machen:

Woraus/wie trinken?

  1. Biete die unterschiedlichsten Gefäße an: Becher, Glas, Tasse, Dose, Schüssel, Schraubverschlussglas, Flasche, Schöpflöffel, Löffel, Schnapsglas, Frischhaltedose … Kurz: alles, das ein wenig mit Wasser befüllt werden kann und irgendwie zum daraus trinken taugt.
  2. Lass dein Kind abwechselnd aus (zwei oder mehreren) verschiedenen Gefäßen trinken: Ein Schluck aus der Tasse, ein Schluck aus dem Glas, Tasse, Glas …
  3. Gib deinem Kind Eiswürfel zum lutschen. Wenn du Bedenken wegen der Kälte hast oder dein Kind zeigt, dass es ihr/ihm zu kalt ist, kannst du den Eiswürfel in ein Stofftaschentuch oder ähnliches einwickeln. (Eiswürfelformen gibt es auch ohne Plastik, z. B. aus Edelstahl)
  4. Biete einen nassen Lappen an (gerne auch in unterschiedlichen Farben und Arten, denn jeder andersartige Lappen ist wieder ein neues Spielzeug; z. B. Waschhandschuh, kleines Handtuch, [Frottee-]Stoffrest …)
  5. Gehe gemeinsam mit deinem Kind in die Badewanne baden – natürlich ohne Zusätze. Viele Kinder lieben es, das Badewasser zu trinken. (Ihr seid aber auch im Schwimmbad unterwegs und du hast Bedenken, dass dein Kind dann auch dort das Wasser trinkt? Viele Kinder können unterscheiden, an welchem Ort sie sich befinden und dass dort jeweils andere Regeln gelten – nach wiederkehrenden Hinweisen. Finde heraus, ob es dein Kind auch kann 🙂 Ganz allgemein gilt auch eher: Wenn das Bedürfnis nach Wassertrinken bereits in der Badewanne gestillt werden darf, muss es an einem anderen Ort und vor allem später nicht mehr so stark auftreten.)
  6. Geht in die Badewanne und nehmt verschiedene Trinkgefäße oder Lappen mit.
  7. Lass den Wasserhahn in der Badewanne ein wenig eingeschaltet, sodass das kleine Rinnsal getrunken werden kann.

So macht es Spaß!

  1. Trinkt abwechselnd: du ein Schluck, dein Kind ein Schluck, Mama/Papa/Bruder/Schwester ein Schluck …
  2. Wechsle zwischen Gefäßen, aus denen dein Kind selbst trinken kann (z. B. Kinder-Trinkflasche), und Gefäßen, bei denen du behilflich bist (Glas, Flasche etc.)
  3. Stelle Strohhalme zur Verfügung.
  4. Hast du eine Spritze zuhause? Es kann super viel Spaß machen, wenn dein Kind damit Wasser in den Mund bekommt und es schlucken (oder auch ausspucken 😉 ) kann.
  5. Suche dir eine Stelle in der Wohnung, an die du ab jetzt immer ein Wasserglas stellst. Wenn du vorbei gehst, trinke einen Schluck und biete es auch deinem Kind an. Bald weiß sie/er, dass es an dieser Stelle etwas zu trinken gibt bzw. Trinken hier einfach dazu gehört.
  6. Für etwas ältere Kinder: Mach ein Spiel daraus! „Schaffst du es, das Glas leer zu trinken?“ Oder scherzhaft: „Nein! Bloß nicht austrinken! Dann haben wir doch kein Wasser mehr!“
  7. Für vielleicht noch etwas ältere Kinder: Erkläre, wie der Körper funktioniert und dass er ganz viel Wasser braucht, damit er seine Arbeit erledigen kann. Vielleicht habt ihr ein passendes Buch dazu mit abgebildeten Organen. Oder ihr besucht eine Wassermühle, die mit Wasser überhaupt erst zu arbeiten beginnen kann (als Sinnbild). Oder ihr habt eine Pflanze, die ihr evtl. mal ein paar Tage länger als üblich nicht gießt, um die Auswirkungen von Wassermangel zu sehen – und anschließend die Auswirkung von genügend Wasser.

Gut zu berücksichtigen

  1. Trinke selbst über den Tag verteilt häufig Wasser und lass dein Kind mittrinken. Sei Vorbild. (Das ist der wichtigste Tipp! Und er gilt nicht nur für das Trinken, sondern für jegliches Verhalten, das du gerne sehen möchtest)
  2. Reagiere auf jeden Wunsch deines Kindes, etwas trinken zu wollen, sofort bzw. sehr rasch. Sonst kommt vielleicht die nächste Ablenkung dazwischen.
  3. Es darf Spaß machen! Dafür ist Freiwilligkeit wichtig. Kein drängen oder überreden! Vorleben, Anbieten und selbst entscheiden lassen. Ein Nein sofort akzeptieren!
  4. Biete die Trinkmöglichkeit so lange an, bis dein Kind wirklich genug hat (und das Gefäß z. B. wegstößt, ignoriert oder den Kopf zur Seite dreht).
  5. Selbstverständlich kann dein Kind zu jeder Zeit (ja, auch abends und sogar nachts) Wasser bekommen, wenn sie/er das möchte! Wasser ist enorm wichtig für den Körper! Und gerade in Kombination mit Windelfrei ist ein nächtliches Geschäft meist kein Thema 😉 . Nimm abendlichen oder nächtlichen Durst auch als Zeichen dafür, dass dein Kind eventuell tagsüber zu wenig getrunken oder Ungünstiges gegessen hat (salzig, fettig, dehydriert) – und achte die nächsten Tage darauf, ob du etwas anders machen kannst.
  6. Der Top-Tipp: Gerade in der Badewanne kann dein Kind ganz entspannt mit Wasser spielen und dabei lernen, aus einem Glas/Becher zu trinken. Denn hier macht Verschütten für alle Spaß! Einfach ein passendes Gefäß mitnehmen und alleine machen lassen. Du wirst sehen, wie schnell dein Kind die notwendige Geschicklichkeit entwickelt!

Denk bei allem, was du ausprobierst, daran: Dein Kind lernt auch das Wassertrinken erst! Es ist normal, wenn sie/er sich immer mal wieder verschluckt. Das hört sich manchmal schlimm an und sieht auch so aus, stellt bei so kleinen Mengen aber keine Gefahr dar.

 

Bist du mittlerweile auch ganz durstig geworden und hast Lust aufs Wasserplantschen bekommen? Dann leg gleich los, hole euch die ersten Eiswürfel und berichte dann, wie es euch geht!

 

(Hinweis am Ende: Verstopfung kann natürlich auch andere Ursachen außer Flüssigkeitsmangel haben. Im Zuge der Beikosteinführung ist dies allerdings der häufigste Grund. Dieser Art von Verstopfung kann dadurch gut vorgebeugt werden. Sollte allerdings bereits eine Verstopfung bestehen und dein Kind unter Schmerzen leiden, kann zusätzlich ein Arztbesuch sinnvoll sein.

Wenn du Windelfrei praktizierst, kann es bei akuter Verstopfung auch helfen, den Anus deines Kindes einzuölen. Ist sie/er damit einverstanden, halte sie/ihn ab und spreche ihr/ihm gut zu. Die Abhalteposition und das Öl helfen, dass ein verhärtetes Geschäft besser herauskann.)

7 thoughts on “Nie mehr Verstopfung! Die 20 besten Tipps, wie dein Baby mehr Wasser trinkt

  1. Der Artikel kommt gerade zur richtigen Zeit! Meine Kleine beginnt mit Beikost und zeigt schon die ersten Symptome von hartem Stuhl. Ich werde die Tipps gleich testen!

  2. Hallo Lucia!

    Wir haben ja gar nicht das Problem mit Verstopfung, aber meine Kleine hat häufig Blasenentzündungen. Ich habe deine Tipps jetzt eine zeit lang berücksichtig und es hat uns wirklich geholfen! vorher war ich bestimmt alle zwei Monate beim Arzt! Aber es bleibt das Problem, dass sie eben anfällig ist. hast du dafür noch einen Tipp? Also ich meine, ihre Gesundheit soweit zu stärken, dass wir dieses Problem überhaupt weniger haben.
    Danke schonmal dafür und viele Grüße aus Salzburg!

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