Windelfrei-Dienstag: Zwischen ganz und gar nicht ist alles erlaubt

Was bisher geschah … Teil 1

Windelfrei innerhalb und außerhalb des Bauches

Seit jeher windelfrei landete das erste Geschäft der Babydame an ihrem ersten Lebenstag gleich im Töpfchen. Das erste Mal abhalten und dann gleich ein Treffer! Genial! Doch danach ging erstmal gar nichts mehr: Ich erkannte nicht, wann sie musste, sie hatte noch keinen Schlaf-Wach-Rhythmus und gelegentliche Töpfchenangebote ignorierte sie ganz einfach. Wie soll das bloß werden?! 

baby-19295_640Ich beschloss, es ganz entspannt zu sehen. Laut einer Studie (Rugolotto et al., 2008) soll es ja auch etwa 5% von Babys geben, die nicht signalisieren bzw. deren Eltern keine Signale erkennen können (und trotzdem windelfrei mit Timing und Intuition machen). Vielleicht habe ich so ein Baby? Außerdem wusste ich auch noch gar nicht, wie unsere Art von windelfrei aussehen soll: Schaffe ich es, neben dem intensiven Leben gemeinsam mit einem Noch-Kleinkind, Vollzeit auf (egal welche) Signale eines Babys zu achten? Und unabhängig davon, was ich schaffe oder nicht schaffe: Was und wie möchte ich es überhaupt?

Auch diese Zeit ohne Signale nutze ich jedenfalls für die Ausscheidungsbedürfniskommunikation: Viele Geschäfte kommentierte ich mit „Pfffff, du machst gerade ein kleines/großes Geschäft.“ So lernte die Babydame meine Art der Kommunikation kennen, um dann später über dem Töpfchen auch zu wissen, was ich mit Pfffff (unserem Signallaut) meine bzw. was das ganze überhaupt soll.

Windelfrei im Wochenbett

Nach etwa einer Woche entwickelte die Babydame klar erkennbare Wach-Schlaf-Phasen, sodass ich sie nach dem Aufwachen abhalten konnte. Und auch sonst begann sie sehr klar zu kommunizieren: meist zeigte sie ihre Geschäfte mit strampeln bzw. Unruhe an. Sie stillte nur mehr über dem Töpfchen und nutzte auch sonst kein anderes stilles Örtchen.

Die nächtlichen Töpfchensessions wollte ich eigentlich auf irgendwann später verschieben … aber die Babydame sagte so klar und nachdrücklich Bescheid, dass sie Geschäfte machen möchte, dass ich sie einfach darin unterstützen musste. So entwickelte sich fast automatisch eine kontinuierliche Kommunikation zwischen der Babydame und ihren Eltern. Denn sie sagte so gut wie immer Bescheid, wenn sie etwas drückte, und mir ist es wichtig, auf ihre Äußerungen zu reagieren.

Ich bin begeistert!

Nach etwa zwei/drei Wochen unterschied die Babydame bereits die Art ihrer Geschäfte! Sie fand schnell heraus, dass Winde auch außerhalb des Töpfchens in Ordnung sind und sagte dann nach Minuten des Wehenlassens zuverlässig Bescheid, wenn sie schließlich für mehr abgehalten werden wollte.

Große Geschäfte

Wahrscheinlich hast du bereits herausgelesen, dass das gesamte Kindspech (Mekonium), bis auf die erste Ladung, nicht am stillen Örtchen ausgeschieden wurde? Es dauerte eine ganze Weile, bis die Babydame auch ihre großen Geschäfte zuverlässig anzeigte. Die ersten beiden Monate waren zudem von „Windflecken“ geprägt, sodass die Babydame so gut wie immer untenherum locker in ein Mulltuch gehüllt war oder eines zwischen den Beinen hatte. Diese Flecken bekam ich bei der Entstehung gar nicht mit, erst hinterher entdeckte ich sie. Ich vermute, dass der entsprechende Schließmuskel noch nicht ganz „ausgereift“ war.

Gut zu wissen

Beim ersten leichten Anzeichen von ich-muss-mal ist es meist gut, dieses zu registrieren – aber noch nichts zu unternehmen, denn da hat die Babydame noch keine Lust darauf (gilt auch für das Stillen). Am besten lasse ich dann einige Zeit verstreichen und warte auf ein stärkeres Signal.

Nach einem kleinen Geschäft ist es gut, vor allem nachts, die Babydame noch etwas länger abzuhalten. Es kommt nämlich immer wieder vor, dass noch etwas nachtropft oder sie beim Herunterheben noch einmal zu drücken beginnt (oder warte ich bloß kürzer als sonst, weil die Matratze schon so verlockend ruft?).

Wie war es bei dir im Wochenbett? Wann hast du mit Windelfrei begonnen? Was war dir in dieser Zeit wichtig?

 

… lies am nächsten Windelfrei-Dienstag über meine Erfahrungen, mit einem windelfreien Neugeborenen unterwegs zu sein sowie weiteren spannenden Beobachtungen!

3 thoughts on “Windelfrei-Dienstag: Zwischen ganz und gar nicht ist alles erlaubt

  1. Bin gerade über euren Blog gestolpert. Und da uns das Thema windelfrei bei Kind Nummer drei „über den Weg gelaufen“ ist und wir das ausprobieren wollen, bleib ich mal hier und freue mich auf die Dienstags-Posts!
    Liebe Grüße
    Hanna

    • Liebe Hanna, ich freue mich, dass du zu uns gefunden hast und wünsche dir viele Inspirationen! 🙂 Klingt aufregend: 2 klassisch gewickelte (?) Kinder und jetzt die Umstellung zu windelfrei! (Y)
      Herzliche Grüße! Lucia

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